(Oldstars) Niederlage gegen Chaux-de-Fonds – 74:76

Ort: Progymatte ThunDatum: 18.5.2016Zeit: 20:45

Spielbericht:

Nach misslungenem Start in die Finalrunde, konnten sich die Oldstars dank ihrer Qualität und fünf Siegen in Folge für die Playoffs qualifizieren. Gespannt schaute man in Thun diesem historischen Spiel entgegen. Mit La Chaux-de-Fonds wartete ein unangenehmer und äusserst starker Gegner auf die Thuner. Doch mit viel Kampfgeist, Abgeklärtheit, Erfahrung sowie unbändigem Willen und einem frenetischen Publikum im Rücken wollten die alten Männer Paroli bieten.

Die erfahrenen Thuner wussten, dass die ersten 10 Minuten wegweisend sein könnten. Darum galt es die Konzentration zu bündeln und mit sicheren Aktionen in diese wichtige Partie zu starten! So kam es auch. Die Starting-Five Joos, Trachsel, Wildi, Franco und Captain Baumann verunsicherte die Offensive der Gegner mit einer harten Zonenverteidigung. Die Jurassier liessen sich die Verunsicherung anmerken und verloren mehr Bälle als gewohnt. Die gewonnenen Bälle verwerteten die Thuner mit Teamplay und einer beeindruckenden Sicherheit. Allein Franco, Joos und Rosser sorgten in den ersten 10 Minuten beinahe für alle Punkte. Die Zuschauer auf der Bühne spürten, dass an diesem Abend eine kleine Überraschung in der Luft lag. Sie sorgten für einen Lärmpegel, der die Progyhalle so noch nicht kannte und bejubelten die 20:18 Führung.

In den Augen der Oldstars war der Wille zu sehen. In der Viertelpause wurde motiviert, gepusht und angetrieben. Die Starter konnten sich ausruhen, denn für einmal waren die Oldstars nicht knapp an der Zahl. So bekamen Wildi, Stübler, Scheidegger, Aemmer und Radivojević ihre Spielzeit. Mit gleichem Engagement und dem gleichen Aufopferungswillen für das Team, wollten die Thuner ihr Spiel weiterziehen und die «Chauxfondianer» unter Druck setzen. Doch die Gäste kamen immer besser ins Spiel. Ihre Shooter begannen zu treffen. Vor allem ihr Playmaker Thevenaz taute auf und versenkte alleine in diesem Viertel 13 Punkte. Es war deutlich zu spüren, dass das Gastteam einen Gang höher geschaltet hat. Die Oldstars versuchten entgegen zu halten und den Rückstand nicht zu stark anwachsen zu lassen. Das Publikum spürte, dass das Heimteam sie braucht und zelebrierte regelrechte Choreokunststücke, um ihrem Team zu helfen. Zur Halbzeit lagen die Thuner 6 Punkte hinten. Stand: 34:40.

Gleich zu Beginn des dritten Viertels zeigten die Jurassier ihre Shooterqualitäten, doch Scheidegger konterte prompt mir einem erfolgreichen Dreier und Radivojević legte noch einen Dreier nach. Die Thuner befanden sich definitiv auf Augenhöhe mit ihrem Gegner. Die Zuschauer versammelten sich zu einem Haufen, strapazierten ihre Stimmbänder bis an die Grenzen: «Defense, tatata, Defense, tatata, Defense, tatata…» hallte es wiederholt durch die Halle. Der Lärmpegel war zeitweise so hoch, wie vor den Musikwagen an der Streetparade. Die Halle bebte, das Progy war eine Festung. Jedoch ging das Viertel erneut verloren: 16 zu 20, woraus ein Zwischenresultat von 50:60 nach drei gespielten Vierteln resultierte.

Aemmer brüllte: «Threeeeeee, twooooo, ooooone…!», der Rest der Equipe entgegnet lauthals «TEAM»! Ja, als Team wollten die alten Thuner dieses Spiel beenden und den Rückstand aufholen. Alles oder nichts. Auch wenn es kaum zu glauben war, legte das Publikum noch einmal ein «Schiit» auf das lodernde Feuer. Sie glaubten noch immer an einen Sieg. So auch die Oldstars. Getragen von den altbekannten Gesängen wie «You’ll never walk alone» und «He got game» drehte Spielmacher Joos unglaublich auf. Seine beiden Dreier zu Beginn des letzten Viertels gaben den Oldstars einen ungemeinen Schub. Hätte Trachsel nicht unberechtigterweise sein fünftes Foul kassiert, wer weiss, was dann geschehen wäre!? Die Schlussphase war fesselnd, unglaublich, atemberaubend, an Spannung kaum zu überbieten. Das Heimteam drehte die Partie. zwei Minuten vor Schluss schien das Spiel gekippt zu sein. Das Heimteam führte mit fünf Punkten. Das Gästeteam gab sich aber noch nicht auf. Sie kämpften mit harten aber fairen Bandagen und wollten nicht als Verlierer vom Platz gehen. Doch liessen sie sich noch zu einem technischen Foul hinreissen. Mit ruhiger Hand versenkte Joos seine Punkte 17, 18 und 19. 74 zu 73 Führung.

Nur noch 15 Sekunden. Ballbesitz. George erhält den Ball – noch zehn Sekunden – er analysiert die Situation – acht – deckt den Ball ab – sieben –  er fasst sich ein Herz, zieht zum Korb – sechs – springt ab zum Layup – fünf – wird stark bedrängt, der Ball springt vom Ring ab… Timeout, Ballbesitz La Chaux-de-Fonds. 4,4 Sekunden auf der Shotclock, Einwurf von der Seite, eingespielter Spielzug, der Ball kommt auf die gegenüberliegende Seite zu Thevenaz Simon, Sprungwurf, die Sirene ertönt: «BiiiiiiiiiiI»…. Dreier… drin… Das Gästeteam gewinnt in letzter Sekunde… 74:76. Ende.

Ein fantastisches Spiel in der Progyhalle. Zeitweilen fühlte man sich in den NBA-Playoffs. Schöne Spielzüge, Schweiss, Kampf und ein super super super Publikum. Vielen Dank, liebe Fans! Auf geht’s in den Jura… +3 heisst das Ziel!

Statistik

(Punkte/Dreier/Fouls)

Aemmer (0/0/2), Stübler (0/0/1), Joos (19/4/2), Trachsel (13/0/5), Rosser (6/0/3), Wildi (5/0/1), Franco (16/0/2), Radivojević (3/1/2), Baumann (4/0/1), Scheidegger (8/2/2)